„NACHTASYL“ VON MAXIM GORKI // 21. MÄRZ // 22. MÄRZ // IM HOFTHEATER

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„Eine Aufführung, die unter die Haut geht“. „Nachtasyl“-Premiere in Alfter begeistert gefeiert. „eine Aufführung, die unter die Haut geht“ titelte der General Anzeiger bereits in seiner Donnerstag-Ausgabe, nachdem sich Kritiker Stefan Hermes die Generalprobe von Gorkis „Nachtasyl“ angesehen hatte. Das gleiche empfanden die Zuschauer gestern Abend bei der Premiere im voll besetzten Hoftheater der Alanus Hochschule in Alfter. Erste Zuschauerreaktionen: „ein atemberaubendes Ergebnis“, „es war sehr geil“ oder einfach nur „super“. Alle stimmten mit Stefan Hermes überein: „Die darstellerische Qualität der noch vor dem Anfang ihres Berufslebens stehenden Schauspieler geht unter die Haut.“ Und weiter: Dass die Studenten „erst in einem Jahr ihre Ausbildung an der Alanus Hochschule abschließen werden, muss man hinzufügen, da es während der Aufführung nicht sichtbar wird.“ Ein großes Lob, das auch Regisseurin Christina Schelhas für sich in Anspruch nehmen kann. Sie hat großartig mit allen Akteuren gearbeitet und gemeinsam mit dem Ensemble Figuren entwickelt, die allesamt einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Da ist David Joshua Meißner, der den Schlosser Andrej als brutalen, eiskalten Typen überzeugend darstellt. Er prügelt seine Frau (beeindruckend von Anna Maria Shafit gespielt) halbtot und lässt sie teilnahmslos sterben. Da sind der einst steinreiche Baron (Alessandro Grossi), der sein Erbe verprasst hat und nun vor dem Nichts steht, oder der Schauspieler (abwechselnd von Dimitrij Breuer und Christian Haupt gespielt), der sein Talent versoffen hat. Oder der junge, mit allen Wassern gewaschene Pepel (Emanuel Weber), der sämtliche Tricks der Unterwelt kennt und diese raffiniert ausspielt. Lena Ehmer gibt der jungen Nastja, einer Prostituierten, die sich nach viel Liebe sehnt, ansprechend romantische Züge. Asya Pritchard spielt die Herbergswirtin Vassilisa, deren Boshaftigkeit und Herrschsucht sauber gezeigt werden. Dann sind da noch Anton Becker als Polizist, der die „Staatsautorität“ überzeugend symbolisiert, und seine Schwester, gespielt von Nina Alena Ruhz, die ebenfalls sehr authentisch ihr Unwesen im „Nachtasyl“ treibt. Bleibt noch Sina Große Beck. Sie spielt Pilger Luka – ein Gutmensch“, der schnell und beeindruckend gekonnt die Sympathien seiner Mitbewohner erlangt als stets gutmütiger, freundlicher Ratgeber und Seelsorger. Neben den starken schauspielerischen Leistungen müssen noch die musikalischen Einlagen und das Bühnenbild hervorgehoben werden. Mit Dominik Schiefner einstudiert, greifen die Schauspieler u.a. zur Klarinette, zum Schlagzeug und zur E-Gitarre und zeigen überraschende musikalische Talente. Beeindruckend auch das Bühnenbild, das in Kooperation mit der Dresdner Hochschule für Bildende Künste von Romy Rexheuser und Katharine Quandt gestaltet wurde: Zehn offene Würfel stehen schlicht und karg auf der Bühne und bilden in unterschiedlichen Formationen die Spielfläche für das „Nachtasyl“. Kurz: eine rundum gelungene Inszenierung, die sich kein Theaterfreund entgehen lassen sollte. Die nächste Vorstellung gibt es schon heute Abend um 19:30 Uhr, dann am morgigen Samstag sowie am 21. + 22. März im Hoftheater der Alanus Hochschule/ Campus I/ Johanneshof/ 53347 Alfter. Kartenreservierung unter. Schauspiel-ticket@alanus.edu oder telefonisch: 02222 93211247.

Bilder: Tobias Papel